Unsere Traumreise!

Meeresglanz für die AlegriaWenn du etwas ganz fest willst,
dann wird das gesamte Universum dazu beitragen,
dass du es auch erreichst
.“
 

(Der Alchemist von Paulo Coelho) 

 

Mit dem Buch von Paulo Coelho „Der Alchemist“ und einem Urlaub am Gardasee fing alles an. Dies war 2002. Wir nahmen uns in diesem Urlaub vor, ein Segelschiff zu kaufen und nicht mehr träumend am Ufer zu stehen.

Auf dem Rückweg vom Urlaub besuchten wir unsere Freundin Nina am Bodensee und mieteten uns für einen Tag ein Segeljolle. Auf dem Bodensee überlegten wir uns bereits den Namen für unser in Zukunft angeschafftes Segelschiff. Wir waren uns sehr schnell einig, dass es den Namen „ALEGRIA“ tragen sollte. Es ist ein spanisches Wort und bedeutet „Freude“. Diese Freude verspürten wir bei unserem Wunsch nach einem Segelschiff und die Möglichkeit der damit gemeinsam erlebbaren Abenteuer. Das Universum muss dies gehört haben, denn nach einer Woche bekamen wir einen alten heruntergekommenen Schärenkreuzer geschenkt !

Mit viel Liebe, Zeit und Geld restaurierten wir ihn. Seitdem liest Carsten nur noch Bücher über Schiffsbau und -restaurationen.

Durch die tatkräftige Unterstützung unserer Eltern war es möglich, dass unsere Alegria im darauffolgenden Sommer schwamm. Wir hatten zwei wunderschöne Segelsommer auf unserem ersten Segelschiff.

2004 am Ende der Segelsaison lagen wir in einer Ankerbucht und lasen in der Zeitung: „Schöner Oldtimer zu verkaufen...!“

Aus einem Bauchgefühl heraus kauften wir uns ein zweites noch älteres Segelschiff. Hierbei hatten wir bereits im Hinterkopf mit diesem Schiff eine längere Reise zu unternehmen. Dafür bot das Schiff mehr Platz und hatte zudem einen Innenmotor, welcher für größere Strecken eine höhere Sicherheit bietet.

Somit restaurierten wir erneut. Vorletzten Winter wurde das gesamte Außenschiff überholt und in diesem Winter- / Sommerlager wurde das Schiff buchstäblich entkernt und der gesamte Innenausbau erneuert.

Zeitlich war das alles nur zu schaffen, weil Carsten keine Arbeit mehr hatte. Jahrelang hat er in einer Bank gearbeitet. Der Verkaufsdruck wurde immer unerträglicher, Überstunden waren normal und wurden unbezahlt erwartet. Dieser Druck war krankmachend.

Nach vielen, vielen Gesprächen mit Freunden und Familie brachte Carsten schließlich den Mut auf, diese Bedingungen für sich nicht weiter zu akzeptieren. Das Arbeitsverhältnis wurde beendet.

Ein Gefühl des „Versagt-Habens“ stand sehr lange im Vordergrund. Das Segelschiff bot Carsten eine gute Möglichkeit etwas unter seinen Händen entstehen zu lassen und eine seiner vielen weiteren Talente auszubauen.

Es schlummern viele Fähigkeiten in jedem Menschen, wenn man nur den Mut aufbringt, Vertrautes loszulassen um Platz für eine Erneuerung zu schaffen.

Claudia Bertram