Der zweite Teil unserer Reise: Das Schwarze Meer

Das schwarze Meer - zum Vergrössern anklickenDas Schwarze Meer (griech. Πόντος Εύξεινος, Pontos Euxeinos, bulg. Черно море /tʃɛrno more/), ist ein Binnenmeer des östlichen europäischen Mittelmeeres zwischen Osteuropa und Vorderasien, mit dem es über den Bosporus und die Dardanellen verbunden ist. Es ist bis 2244 m tief und etwa 424.000 km² groß. 

Das Schwarze Meer liegt auf der der südlichen Innereurasischen Grenze zwischen Kleinasien und Südosteuropa/Osteuropa und grenzt an die Länder Bulgarien, Georgien, Rumänien, Russland, an die Türkei und die Ukraine. (Quelle: Wikipedia)

 

Wissenswertes:

Namensdeutung/-gebung
Eine verbreitete Deutung zur Erklärung der „Farbe“ des Meeres geht auf das Vorkommen besonders vieler sulfidogener Bakterien zurück, die durch ihre Sulfat reduzierende Aktivität Eisensulfid ausscheiden, welches das Wasser schwarz färbt. Diese Interpretation lässt sich ebenfalls mit dem Namen des Roten Meeres vereinbaren, in dem einige Rotalgen vorkommen. Dies war vermutlich auch der Ursprung des biblischen Namens „Blutmeer“.

Rüdiger Schmitt bietet in seinem Werk Considerations on the Name of the Black Sea einen alternativen Ansatz. Er meint, der Begriff Schwarzes Meer, der gewöhnlich als skythisch gelte, sei eindeutig einem System zugehörig, das die Himmelsrichtungen symbolisch durch Farbwörter bezeichne und deshalb das „nördliche Meer“ meine. Das Volk, welches dieses System verwandt hat, habe also südlich dieses Meeres wohnen müssen. Da die Bezeichnung (*Axšaina… = Schwarzes…), ebenso wie der entsprechende Name des Roten Meeres, zuerst während der Zeit der Achaimeniden benutzt wurde, sei es naheliegend, die Perser als Namensgeber dieser Meere auszumachen.

Im Altgriechischen wurde *Axšaina zu Πόντος Άξεινος (Pontos Áxeinos), das ungastliche Meer, übertragen. Später erfolgte eine euphemistische Umwandlung von ungastlich zu Πόντος Εὐξείνος (Pontos Euxeinos), das gastliche Meer. Die Bezeichnung „Schwarzes Meer“ war den Griechen jedoch ebenfalls bekannt. Wahrscheinlich erhielt die Bezeichnung durch Übersetzungen des griechischen Begriffes Einzug nach Europa. Auch die Türken übernahmen diese Namensgebung.

Im Mittelalter war zudem auch die Bezeichnung Chasarisches Meer üblich.

Entstehung
Das Schwarze Meer vom Satelliten ausDas Schwarze Meer bildete sich als ein Relikt des Urozeans Paratethys, aus dem auch das Kaspische Meer und der Aralsee hervorgingen. Durch hohe Frischwassereinträge der großen Flusssysteme (Donau, Dnjepr, Don) etablierte sich ein stabiles limnisches System. Vermutlich kam es infolge einer globalen Transgression vor ca. 9000 Jahren zu einem Zustrom von Salzwasser durch den Bosporus in das Schwarze Meer.

1997 vermuteten William Ryan und Walter Pitman, dass dieser Einbruch katastrophal stattfand und dass er mit der biblischen Sintflut in Verbindung gebracht werden kann. Einige archäologische Funde deuten auf ein schnelles Verlassen von Siedlungen hin, aus dem damals dicht besiedelten Gebiet. Allerdings gilt diese These inzwischen als eher unwahrscheinlich.

Der Bosporus stellt seitdem die einzige Verbindung zum Mittelmeer dar. Er hat eine Breite von 0,76 – 3,6 km und ist an seiner flachsten Stelle lediglich 32–35 m tief.

Eigenschaften des Meeres
Salzgehalt: 
Es hat in der oberen Wasserschicht einen (relativ niedrigen) Salzgehalt von etwa 17 Promille. In den tieferen Schichten des Meeres, unter etwa 150 Metern, ist der Salzgehalt wesentlich höher. Der salinare Zufluss aus dem Mittelmeer (38–39 ‰) beträgt etwa 300 km³/Jahr und der Oberflächenabfluss von weniger salinarem Wasser aus dem Schwarzen Meer etwa 600 km³/Jahr.

Sauerstoffgehalt
Da das salzarme Oberflächenwasser des Schwarzen Meeres wie ein Deckel auf dem dichteren, da salzhaltigeren Tiefenwasser liegt, sind weite Bereiche des Tiefwassers des schwarzen Meeres anoxisch. Das bedeutet, dass hier keine Organismen existieren können, die einen auf Atmung basierenden Stoffwechsel beteiben. Stattdessen werden andere Substanzen wie {Sulfat als finales Oxidationmittel verwendet. Dadurch entsteht nicht zuletzt das bereits erwähnte Eisensulfid. Konsequenz aus der Sauerstoffarmut ist, dass organische Abfälle (abgestorbene Pflanzen, Tiere usw.) nicht - wie an der Luft oder im sauerstoffreichen Wasser - zu Kohlenstoffdioxid oxidiert werden. Es erfolgt vielmehr ein unvollständiger Abbau und am Boden sammeln sich dessen Überreste. Manche Geologen und Meereschemiker vergleichen die Vorgänge im Schwarzen Meer mit denjenigen, die in vergangenen Epochen der Erdgeschichte bei der Entstehung von Erdöl abliefen. Mit anderen Worten: Aus den Fäulnisüberresten am Boden des Schwarzen Meeres könnte einmal Erdöl entstehen.

Größte Tiefe
Die tiefste Stelle misst 2.244 Meter, im zentralen Becken beträgt sie etwa 1.830 Meter.