Von Horizont zu Horizont

Delfine vor der AlegriaGastlandflagge Italien wird gesetztWir fuhren einem neuen Horizont entgegen, Ziel: Italien. Die Fahrt gestaltete sich anstrengend. Aus dem Südwestwind wurde ein Nordwind, d.h. Wind von vorne (oder wie wir Segler sagen: gegen an). Die einzigen Lichtblicke an diesem Tag waren unsere Freunde, die Delfine (Gute fünfzehn Minuten begleiteten sie uns, begrüßten uns in Italien), die Sonne, die uns auf der letzten Stunde unserer Überfahrt noch einmal verwöhnte, eine heiße Dusche im Hafen von Otranto und eine sooooo leckere echte italienische Pizza. OTRANTO hatte einen bemerkenswerten, mittelalterlichen Stadtkern mit engen Gassen und kleinen Lädchen. 

Kontrastreich war unsere nächste Station in BRINDISI. Dies war mit Abstand der „romantischtse“ Ort unserer Reise. Riesige qualmende Schornsteine sahen wir schon aus der Ferne, Raffinerien und nackte Fabrikhallen. Brindisi ist eine Industriestadt.

Eis das waren 20 verschiedene Sorten Eis auch in Italien gibt es Gassen vorbei am Leuchtturm Brindisi

Wir lagen in einem einfachen Hafen eines Segelvereins mit sehr netten Menschen. Das Eis in Brindisi schmeckt ausgezeichnet und wir fanden Märkte, die eine Freude zum Einkaufen sind (Pesto hausgemacht, Morzarella am Käsetresen, Thymian und Basilikum in großen Sträußen, wie in der Türkei die Blattpetersilie). Diesmal war es eher ein gustatorisch und olfaktorischer Genuss als ein visueller (für alle „motoligischen Freunde“, für alle anderen: schmecken, riechen, sehen). 
in FahrtAlegria unter SegelUm diesen „wunderschönen“ Ort zu verlassen, brauchten wir zwei Anläufe. Wir kehrten beim ersten Versuch nach vier Seemeilen um, da sich das Meer von dem starken Wind über Nacht noch nicht beruhigt hatte und Alegria erbarmungslos in die entgegen rollenden Wellen stampfte. Dies wollten wir uns nicht antun und verlängerten somit unseren Aufenthalt in Brindisi. Das Eis schmeckte weiterhin „fantastico“ und die Stadt strahlte auch beim zweiten Anblick keinerlei Liebenswürdigkeit aus.

im Fischerhafen von MonopoliMonopoli hieß unser nächster Hafen. Fahre niemals an einem Freitag in einen italienischen Fischerhafen !!! Zunächst schien alles in Ordnung zu sein. Doch dann füllte sich der Hafen so langsam mit zahlreichen Fischerbooten. Wir wurden von einer Ecke des Hafens in die andere geschickt, niemand wusste wirklich Bescheid, jeder wollte helfen, viele meinten wir könnten hier oder da bleiben: nur keiner hatte Recht. Nach einer Stunde An- und Ablegen erbarmte sich schließlich ein Fischer, an dem wir längsseits liegen bleiben konnten. Monopoli hat keinen schönen Hafen, dafür jedoch wieder eine schöne Altstadt und die beste Pizza, die wir in der Zeit in Italien gegessen haben.
Die Pizza aßen wir zusammen mit Martin aus Finnland, einem sympathischen Einhandsegler. 

Spaghetti à la Alegria Gewitter Morgendämmerung dem nächsten Horizont entgegen

ViesteLiegeplatz alter MilitärbunkerWeiter ging es nach Trani, erneut eine Stadt mit mittelalterlichem Stadtkern und einer Kathedrale aus dem 13.Jahrhundert. Ebenso der letzte Hafen in Italien, Vieste. Nur gestaltete sich die Fahrt dorthin als langwierig und anstrengend. Natürlich drehte der Wind die letzten fünfzehn Seemeilen wieder genau auf „gegenan “. Somit benötigten wir statt der geplanten acht Stunden am Ende rund zwölf ! Dort angekommen bekamen wir unseren „Privatsteg“ zu Füßen einer Altstadt, wieder eine leckere Pizza, gutes Eis und Gemüse aus dem Garten inklusive frisch gepresstem Olivenöl. 

und wieder Delfine Von Vieste sind es nur 60 Seemeilen über die Adria bis zur ersten kroatischen Insel Lastrovo. Mit der Morgendämmerung machten wir uns auf den Weg. Ein wunderschöner Segeltag mit Delfinen, Sonnenschein, 360 Grad Horizont und einem besonderen Liegeplatz auf LASTROVO: einem ausgedienten Militärschiffbunker umgeben von Natur und türkisblauem Wasser ganz für uns allein.

 

das Gewitter naht im Gewitter Segel bergen Carsten steht Kopf

Kroatien, bis jetzt wunderschön !!!
Liegeplatz HvarHvar Drei einsame Ankernächte verbrachten wir, nachdem wir in Italien immer Trubel um uns herum hatten. Meer, Wind und Sonne schenkten uns einmal mehr das Glück, einfach nur zu existieren. Perfekter „Alegria-Wind“ trieb uns von Insel zu Insel, jede in ihrer Aussprache ein Zungenbrecher. Nach vier Tagen ohne menschliche Zivilisation fuhren wir in den Hafen von HVAR. Wow, so viele Boote/Yachten haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Ein Ankerlieger neben dem anderen. Wir hatten Glück und bekamen einen Exquisitplatz direkt an der belebten Promenade. Offensichtlich finden nicht nur wir diesen Ort malerisch schön. Der Ort ist touristisch und von der kroatischen Ursprünglichkeit bekommen wir hier sicherloch nicht sehr viel zu spüren. Doch sind die Gassen und alten Häuser liebevoll restauriert und schmücken sich mit Bougainvilla , Orleander, Wein und Feigen, sowie unglaublich vielen Passionsblumen, die mit ihren bereits reifen Früchten zum Naschen einladen. Wir genießen das Treiben im Hafen und auf der Promenade … Übrigens ist das Eis hier auch sehr lecker ! Von der Festung hat man einen wunderschönen Blick auf den Hafen und die gegenüberliegenden Inseln. 

auf nach SPLITVerwöhnt von Sonne und perfektem Wind 
zockeln wir nun langsam Stück für Stück 
Richtung SPLIT.

 

 

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