Athen, Tor zur antiken Welt

Weiter geht unsere Fahrt, um die Hauptstadt Athen zu besuchen und durch den Kanal von Korinth zu fahren. Beides mit Sicherheit zwei unvergessliche Erlebnisse...

Von Kythnos haben wir die Kykladen verlassen und Kurs auf das Festland genommen. Etwas südlich vom Industriehafen Lavrion, war unser Ziel eine hochgepriesene Marina. Nach unseren Informationen sollte sie mal wieder alles bieten, was man so unter einer Marina versteht (Strom, Wasser, heiße Duschen, Waschmaschinen, Internet). Auch das Hochglanzfaltblatt über die Marina, das wir von der grellgeschminkten Bürodame an der Anmeldung bekommen haben, versprach eine der besten Marinas in Europa !!!! Das war dann aber auch schon alles. Nachdem wir unverschämte 38 Euro für eine Nacht bezahlen mussten, sahen wir uns um, wie sich dies rechtfertigen könnte. Das Gelände wirkte auf uns mehr als unpersönlich, da die meisten Gebäude (Läden, Büroräume) leer standen, die Waschmaschinen nicht einluden, seine Wäsche darin zu waschen und die Duschen kalt waren... und das wo wir sooooo lange warm duschen wollten. Die Werbung für den Wlan-Hotspot war zwar gut gemacht, jedoch musste man sich hier eine Stunde für 5 Euro kaufen und hatte dann noch nicht einmal Empfang auf dem Schiff. Wir mussten in den sogenannten "Internetcorner" gehen.... Nur weg hier... eine weitere Nacht verbrachten wir in einer Ankerbucht.

im Hafen von ÄginaThaiessen im HafenWeiter ging es vorbei am Poseidontempel, der hoch oben auf einem Felsen bei Souniou trohnt, durch das Verkehrstrennungsgebiet vor Athen bis zur Insel Ägina. Wie sollte es anders sein kamen natürlich gerade als wir das Gebiet passieren wollten zahlreiche große Cargoschiffe. Luft anhalten, Abstand abschätzen warten oder fahren und hoffen, dass uns der Wind nicht gerade in diesem Moment verlässt, so dass die 6 kn weitergefahren werden können. 

kaputte Stromsäulen Wir kamen gut im Hafen von Ägina an, belegten einen der wenigen freien Liegeplätze und waren nicht weiter verwundert, dass auch in diesem recht neu ausgebauten Hafen die Stromsäulen mal wieder nicht funktionsfähig waren. Ägina eignet sich ideal für uns, um die Hauptstadt Athen zu besuchen, da die Insel regelmäßigen Fährverkehr mit Piräus hat. Somit blieb es uns erspart einen der dreckigen, überlaufenden, teuren Häfen in Athen anzulaufen. 

die ganzen LKW´s sollen noch im Bootsrumpf verschwindenFür den Hinweg nach Athen wählten wir die klassische langsamere alte weiße Fähre, auf der man fasst noch per Handschlag vom Kapitän selbst begrüßt wird. Zahlreiche LKW´s ruckeln rückwärts in den Bauch der alten weißen Dame, wenige Mitreisende nahmen vereinzelt draußen auf den Plastiksesseln oder drinnen im "Salon" mit den beplüschten Sessels Platz. Hier wird zu dritt ein Kreuzworträtsel gelöst und laut darüber debattiert, dort mit Taschenrechner geschäftliche Dinge errechnet, einfach nur gedöst, die Zeitung gelesen, ein Kind gestillt oder aus einem Pappbecher ein Kaffeegebräu geschlürft. 

von Möwen, Schildkröten und Delfinen begleitet geht´s nach Athen Von Möwen begleitet sahen wir Delfinfinnen und eine Schildkröte, die im Gesprudel der Fähre schnell abtauchte. Die Fahrt war entspannt und beschaulich, da auch das Wasser um uns herum äußerst ruhig war und einem Spiegel glich. Unsere Gedanken konnten sich langsam dem Großstadttrubel von Athen annähern. 

 

Piräus in Sichthier sind wir nicht mehr alleinNach einer Stunde waren die ersten Kreuzfahrtschiffe und Fähren von Piräus in Sicht. Geübt fuhr die Fähre durch das ölige Hafenbrackwasser und schiebt in einem weiten Rechtsbogen auf die quirlige Hafenmole zu. Das Chaos auf der Mole wird deutlicher, der Lärm hörbar... vorbei ist die Ruhe des Meeres. Wir sind mittendrin im Großstadttrubel. 

Röhrende staubige Stadtbusse, deren Ziel Fremden ewig ein Rätsel bleiben wird, pockennarbige Betonklötze, acht-, zehnstöckig rund um Athens größten Hafen gebaut, schauen uns an. Von Dächern morsen bunte Tafeln internationale Werbebotschaften ins All. Auch die große Vodafone-Highspeed-Fähre von Mykonos liegt wieder bekanntermaßen im Hafen. 

Carsten meinte zu mir: "Dies überfordert mich gerade." Da behält er in Sturmsituationen und sonstigen Dingen auf dem Wasser und auf der Alegria stets den klaren Kopf, doch dies, der Lärm, Gestank, das Gewühl überfordert... Wir suchen gemeinsam die Vorstadtbahn, um mit dieser ins antike Zentrum vorzurücken. 

Erechtheion auf dem Akropolisfelsen Parthenon auf dem Akropolisfelsen Olympiastadion Erdbeerpause

Auch diese Hürde meistern wir, verstehen das Metrosystem von Athen und orientieren uns auf dem Stadtplan... Großstadtnavigation ohne Zirkel, Kompass und GPS. 

Wir schlagen uns wacker und durchwandern die Betonwüste Athens mit ihren alten Marmorsäulen. Ein beeindruckender Tag mit Zeit zum Beobachten und Pause im Nationalgarten, Besuch einer Kunstausstellung eines deutschen Künstlers (Michael Franke; Anadyoméne) im Zappeion und der Wachablösung vor dem Parlament.

das Zappeion im Zappeion Kunstausstellung eines deutschen Künstlers im Zappion Wachablösung am Parlament

Müde von den unzähligen Reizen und Nervenimpulsen, denen wir lange nicht mehr ausgeliefert waren, stiegen wir in Piräus in einen "Flying Dolphin" ein, der uns in der Hälfte der Zeit gegenüber unserer Fähre am Morgen zurück nach Ägina rattert. Mit röhrendem Dieselgeräusch hebt sich der Dolphin auf seine schmalen Stelzen, wie eine dicke Kellerassel und mutiert schließlich zur Heuschrecke. Um 21.00 Uhr steigen wir müde auf die Alegria und wärmen das Thaiessen vom Vortag auf, um schließlich den Tag im Schlaf zu verarbeiten.

links die klassische weiße Fähre; rechts der Flying DolphinNach einem größerem Einkauf nehmen wir Kurs auf den Kanl von Korinth.Zum Einkaufen möchte ich noch kurz erwähnen, dass ich mich schon seit geraumer Zeit auf den ersten griechischen Spargel freue, den es ja seit Wochen günstig in Deutschland zu kaufen gibt. An sämtlichen Gemüseständen halte ich Ausschau, bis ich schließlich fündig werde. 

 

frisches Obst und Gemüse... keinen Spargel Für das Kilo wollen die Händler 9,- € haben... da musste ich das erste Mal schlucken. Als ich dann das kleine Schildchen am Spargel las, legte ich den Spargel schnell lachend wieder zurück. Auf dem Schild stand: Product of Peru !

 

 

im Kanal 3im Kanal 2Zwei sm vor dem Kanaleingang warfen wir für eine Nacht den Anker, um am nächsten Morgen das Nadenöhr "Kanal von Korinth" zu durchfahren. Nachdem die Kanalpassage bezahlt war, konnten wir nach 30 Minuten in den Kanal einfahren. Beeindruckend waren die 80 Meter hohen steilen, glatten Wände, die sich rechts und links neben uns auftürmten. 

im Kanalder Kanal ist 25 m breit Viel zu schnell war die Fahrt zu Ende... unvergesslich das Erlebnis! Der Kanal ist nur 6,3 km lang und 25 m breit. Für uns unvorstellbar, dass er von Menschenhänden (Sklaven) erschaffen wurde. 1893 wurde er fertiggestellt und brachte Athen zu Reichtum. Seitdem ging übrigens die ruhmreiche Zeit von Syros zurück, da die Schiffe nun nicht mehr an Syros vorbeifuhren, sondern die Abkürzung über den Kanal nutzten (siehe vorherigen Bericht).

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