Türkei, hab vielen Dank 

Die letzten zwei Wochen in der Türkei waren noch einmal sehr intensiv. Wir verbrachten viel Zeit mit Wally und Susann, trafen uns zum Kaffee hier oder bekamen Besuch bei uns an Bord. Es ging recht familiär zu und jeder schien sich im Hafen von Fethiye und den drum herum liegenden Buchten zu kennen. Dies Alles verbunden mit einem sensationellen Wetter machte es uns nicht gerade leichter zu fahren. 

Fußball Wir sahen sogar ein Fußballspiel der zweiten Liga in Fethiye, da wir ja schon fasst zum Ort gehörten. Da gab es plötzlich Döner statt Bratwurst und Pommes, kein Bier und Tüten weise gesalzene Sonnenblumenkerne, dass es um einen herum nur so knusperte. Die Schiedsrichter wurden unter Polizeischutz mit Schildern vom Platz abgeholt, da der ein oder andere Zuschauer auf eine Schiedsrichterentscheidung doch etwas überreagierte. Eine wunderbare Dynamik in der Arena. 

Werkstunde 1Werkstunde 2Andere Tage verbrachten wir mal wieder mit Wanderungen oder letzten Besorgungen aus der Türkei. Carsten begann sogar seine „Fethiye-Liste“ und schaffte das ein oder andere an Arbeit am Boot. So mussten die Reelingsfüße neu abgedichtet werden, da sie sich durch den ein oder anderen Sturm doch etwas losgerüttelt hatten, eine Verblendung für das Schaltpaneel und den Kocher gesägt werden und und und. Carsten war kaum zu stoppen, er nahm sich gleich kistenweise altes Teakholz von der Uiver mit (sie lassen gerade ihr Deck neu machen). Daraus wollte er ein neues Steckschott bauen. Er bekam mein Veto für das ganze Holz, da ich der Meinung war, dass wir kein Holztransporter sind. So ließ er das Meiste schweren Herzens etwas maulig zurück. 

CaypauseWir warten auf die Gäste Nach einem Abschiedsessen mit unseren sehr liebgewonnen Freunden Susann und Wally ging es am nächsten Tag zunächst in die bekannte Ankerbucht nach Kapi. Auch dort gab es eine Verabschiedung auf unbestimmte Zeit. Hardy und Heike, ein sehr sympathisches deutsches Paar, das wir vor zwei Wochen in Kapi trafen, die mit uns die letzte Zeit in Fethiye lagen und nun verbrachten wir den letzten Abend gemeinsam in Kapi bei ihnen an Bord. Sie machten uns Mut nach Griechenland zu fahren und neue Erfahrungen zu sammeln. Was wird anders sein, was wird uns gefallen, was werden wir vermissen ? 

FischkaufIn der Türkei haben wir fünf Monate gelebt. Wir haben das Land von der Küstenseite besucht und uns vorsichtig über den Bosporus angenähert. Still und leise, meist ohne großes Aufsehen haben wir geankert oder in den unterschiedlichsten Häfen festgemacht. Wir waren zunächst Beobachter, bis wir schließlich gar nicht mehr drum herum kamen, uns den Bewohnern des Landes zu nähern. Man reichte uns Hände über Hände, schenkte uns ein Lächeln nach dem anderen, befragte uns, beschenkte uns. Wir fühlten uns überall Willkommen und wenn ich eins über ein Land wie die Türkei sagen kann, dann machen neben der großartigen Landschaft, der antiken Ausgrabungen und der bunten Märkte seine liebenswürdigen Menschen dieses beeindruckende Land aus. 

Mit dem Gesang der Vögel und der Morgendämmerung machten wir uns auf den Weg nach Rhodos. Die Vögel übernahmen in der Ankerbucht den Lobgesang des Imams. Es soll Leute geben, die stören sich an dem Gesang des Imams, der regelmäßig am Tag aus den Lautsprechern der Minarette der zahlreichen Moscheen ertönt. Auch dies ist ein Teil der Türkei. Die Minarette der Moscheen, die wie zarte Pinselstriche in die Landschaft getupft werden. Für mich war es immer ein Genuss dem Gesang zu lauschen. Ich kann nicht genau sagen, was gesungen wurde, für mich war es jedenfalls immer ein großes Danke an den Tag, die Nacht an das Leben und daran kann man sich doch nicht stören, oder ?

Auf zu neuen UfernUns verabschiedeten die Vögel und der Morgenstern und der Mond wichen auch nach einiger Zeit den ersten Sonnenstrahlen. Auf zu neuen Ufern, der Horizont liegt vor uns, leb wohl Türkei und viiieelen Dank.

 

Wir kommen wieder… Inshallah !!! 

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