Der Abschied fällt nicht leicht

Ein Simit schmeckt immerFischbrotSo einfach wie wir uns das gedacht haben war es nicht... Leinen los und weiter geht´s ! Wir waren uns sicher, dass der richtige Zeitpunkt gekommen war... aber, da war noch ein letztes mal der bunte Markt in Fethiye, ein letzter Blick von hier und dort, ein letztes mal an unserem Simitverkäufer vorbei, der immer so freundlich grüßt, ein letztes Balik Ekmek (Fischbrot) direkt am Hafen und und und ....

MarkimpressionenMarkimpressionen die 2.Da sind die Menschen, die einem plötzlich viel vertrauter erscheinen, da sie einem mit ihren Blicken so viel Freude entgegenstahlen, die sich in der Sonne räkelnden Hunde, der Schuhputzer, der immer an der selben Stelle sitzt, das Hafenpersonal, das uns inzwischen gut kennt und nicht zu vergessen Mukaddes. Sie ist Reinigungspersonal des Hafens mit lebhaften, freundlichen Augen. Ich hab mich mit ihr Tag für Tag vertrauter gemacht. Zunächst schenkte ich ihr ein paar T-Shirts, die ich nicht mehr tragen wollte. Wir „unterhielten“ uns immer ein wenig mit Blicken und wenigen türkischen Worten. Wir sahen uns täglich kurz, außer am Sonntag, da hatte sie frei !
Einmal wünschte ich ihr in ihrer Frühstückspause „Afiyet olsum“ (guten Appetit)... sie strahlte mich von der Bank aus der Duschkabine an. Wie selbstverständlich wurde ich zu ihrem bescheidenen Mahl miteingeladen. Da saß ich nun hockend in der Duschkabine bei einer Scheibe trockenem Brot, 10 Oliven, einem Reststück Paprika und gesalzenem Käse. Ich erfuhr von ihr den Namen, dass sie zwei Kinder hat, einen Garten mit Oliven, Zitronen und Orangen. Daraus wollte sie mir etwas mitbringen. Den kleinen Rest des Frühstücks sollte ich auch noch mitnehmen... darauf bestand sie .... viele hätten den achtlos weggeworfen.
Das war schon ein besonderes Frühstück.

FethiyeAn einem anderen Tag wurde ich von der Verkäuferin im Supermarkt angesprochen, in dem ich jeden Morgen Weißbrot kaufte. Sie wollte mein Alter wissen, ob ich verheiratet bin und warum ich keine Kinder habe. Ich erklärte ihr alles, so gut es ging auf türkisch und Zeichen und Blicken. Sie erzählte mir, dass sie Singel ist... und darüber traurig.

 

RegenEin neues Ziel im BlickNachdem wir die Entscheidung getroffen hatten über das Wochenende noch zu bleiben, waren wir beide etwas erleichtert... und es war in jeder Hinsicht eine gute Entscheidung. Der darauffolgende Tag begann mit Regen und endete mit starkem Wind. Die letzten Tage konnten wir wieder draußen Frühstücken und bewusst alles noch ein letztes Mal in Fethiye machen.

Weiter geht'sUnvergesslich bleiben wird mit Sicherheit der unbeschreibliche Blick jeden Morgen von unserem Schiff auf die andere Seite der Bucht. Ein Bergpanorama, welches einem ein wenig in den Himmel hebt. Stundenlang konnte ich einfach nur dasitzen und umherschauen... Beim „Umherschauen“ ist mir gestern doch tatsächlich noch eine Riesenschildkröte begegnet. Sie schwamm sehr gemächlich dicht an den äußeren Steg des Hafens und sah sich neugierig um... leider war sie dann aber auch schnell wieder abgetaucht.
Fethiye war ein schönes Winterlager... in der Umgebung werden wir nun noch etwas verweilen...

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