Frühling im Winter

Es kribbelt in und um uns... Frühling ! Nicht nur die Knospen der Frühblüher brechen auf, auch wir haben das Gefühl des Aufbrechens, des Weiterfahrens. Nach den schönen Wochen auch gemeinsam mit unseren Eltern treibt es uns weiter, weiter für eine Zeit in ruhige Ankerbuchten. Wir wollen das liebgewonnene Treiben von Fethiye verlassen und die Einsamkeit in den zahlreichen Ankerbuchten in der Umgebung suchen. Inzwischen sind die Temperaturen wieder konstant über 14° C gestiegen, so dass es auch Nachts nicht mehr so kalt ist. Zuvor war es ungewöhnlich frisch in der Nacht. Dann ist es schon ganz schön, die angenehme warme Dusche der Marina nutzen zu können. In den Ankerbuchten werden wir wieder auf unsere Solardusche zurückgreifen. Wir beabsichtigen für die nächsten zwei Wochen bis zu Carstens Geburtstag in der Umgebung von Fethiye zu bleiben. Die Geburtstage von Susan und Carsten (26.1. er wird 40 !) wollen wir dann gemeinsam irgendwo weit ab von jeglicher Zivilisation mit der Uiver verbringen.

Die Umgebung von Fethiye haben wir weitestgehend erkundet. Besonders schön war noch einmal die Wanderung über die Berge auf die andere Seite zum offenen Meer. Durch ein altes, verlassnes Dorf (Kayaköy) ging unsere Wanderung steil hinauf. Das Dorf war von Griechen bewohnt und musste von ihnen verlassen werden. Das schöne an dem Dorf ist, dass es so gebaut ist, dass kein Haus dem anderen Schatten spendet. Es hat eine wunderschöne Lage mit alten Steinstraßen, die sich den Hang hochschlängeln. Es wirkt wie eine Geisterstadt, in der vor Jahren die Pest ausgebrochen war. Die christliche Dorfgemeinschaft musste jedoch gemeinsam nach der Gründung der türkischen Republik das Dorf verlassen und ist nach Rhodos gezogen. Die Häuser stehen bis heute leer und verlassen da.
In Kayaköy sahen wir unglaublich viele Kronenanemonen und wilden Thymian. Vom Thymian pflückten wir einen großen Strauß für unsere Pilzpfanne am Abend.
Der Weg war nicht sehr gut markiert und die international üblichen Steinpyramiden für Wanderer waren von einigen Nichtwissenden achtlos zertreten. So mussten unsere Pfadfinderkenntnisse und unser Gefühl herhalten, um den Weg zu finden. Irgendwann hörten wir unheimliche knackende Geräusche... wir sahen nach einiger Zeit Wildpferde grasen und da war dann auch tatsächlich wieder eine Steinpyramide und zeigte uns den richtigen Weg an.

Es ging abenteuerlich querfeldein, bergauf, bergab. Wir legten Atempausen mit atemberaubenden Blicken ein. Was für ein Land mit so einer geballten Schönheit. Wo findet man derartig hohe Berge mit gleichzeitigem Blick auf das Meer ?
Nach gut 2 Stunden Wanderung sahen wir aus der Weite die Ölüdeniz-Bucht. Eine weitere Stunde bergab und wir erreichten den Strand der Strände der Türkei. Wir sind der Meinung, dass dieser zwar schön ist, jedoch zweifellos überbewertet wird und zudem durch den touristischen Einfluss an Schönheit verliert... selbst wenn wir an dem Tag keine Touristen gesehen haben.
Überall waren Schilder, die einen Abenteuer und Erholung versprachen...
Seit vier Tagen ist die Besatzung der Uiver (Susan und Wally) wieder da. Wir kochen gemeinsam und verbringen die Tage sehr unkompliziert zusammen. Schlemmen teilweise geradezu (siehe auch Foto mit Pancake und Schokoladenpudding).
Einmal haben wir uns die Fahrräder unser Holländer geliehen... sie haben so richtige Hollandräder mit einem eingebauten fünften Gang (nicht zu verändern). Wir umrundeten eine Halbinsel... wieder bergauf, bergab ! Man war das anstrengend, aber schön !!!
Heute (Mittwoch, 17.01.07) laufen die Vorbereitungen für die Weiterfahrt. Carsten macht einen Ölwechsel, reinigt gerade die Luftfilter und der Seewasserfilter wurde bei der Gelegenheit auch gleich gesäubert. So bekommt unsere Alegria ihre Frühjahrsüberholung und bringt uns dann bestimmt gut weiter.