Weihnachtsbesuch
Am 19. Dezember holten wir unsere Eltern von Antalya vom Flughafen ab. Was für eine Wiedersehensfreude ! Mit großen Koffern waren sie bepackt, so dass wir den Leihwagen nur mit viel Mühe schließen konnten. Was sie uns nicht alles mitbrachten... von Espressobohnen angefangen über Marzipan, Lebkuchen und Weihnachtsgebäck bis hin zu einem Ladegerät für die Akkubohrmaschine, das auf unserer Sturmfahrt zu viel Wasser geschluckt hatte.
Über das Taurusgebirge fuhren wir zurück nach Fethiye. Dort durften wir den Komfort unserer holländischen Freunde nutzen, die für drei Wochen nach Holland geflogen sind. Sie überließen unseren Eltern ihr Schiff. Somit hatten wir ein perfektes „Hotelschiff“ auf dem wir unsere gemeinsamen Tage verbrachten. Wir unternahmen viele Wanderungen und Ausflüge in die nahe Umgebung zum Teil mit dem Dolmus (Kleinbus).
Ein weiterer wichtiger Programmtag war zwei Mal die Woche unser „donkey-day“ (Eseltag). Wie eine Karawane zogen wir zum Markt, um unsere Vorräte aufzufüllen. Schwer bepackt, wie für eine Großfamilie, ging es nach reiflicher Prüfung der Waren zurück zum Schiff. Dort wurden dann die allerleckersten Speisen zubereitet.
Manchmal entschied sich erst auf dem Weg, was es zu essen gab. So lagen am Hafen zum Beispiel einige riesige Fische vor einem Fischerboot zum Verkauf, von denen wir uns 2 ausnehmen ließen und sie für umgerechnet 5 Euro kauften oder wir kauften so reichlich Gemüse, dass wir uns sogar am Mittag noch einmal eine große Gemüsesuppe kochten. Auch die türkischen dünnen Fladen eignen sich hervorragend, um sie mit Äpfeln, Zimt und Zucker zu füllen und sie im Ofen zum Kaffee zu backen und mit Vanillesoße heiß zu essen.
Dennoch aßen wir nicht immer auf dem Schiff, sondern probierten auch die ein oder andere Köstlichkeit aus der Umgebung aus.
Nun soll man aber nicht meinen, dass wir den ganzen Tag nur schlemmten. Auf mancher Wanderung erfreuten uns auch einfach nur ein Apfel oder eine Mandarine.
So manches Mal musste ich mir das „Gestöhne“ meiner Eltern anhören, dass es mal wieder viel zu weit war.. nachdem dann aber wieder alle zufrieden auf dem Schiff saßen, waren sie stolz auf ihre Leistung und erinnerten sich nur zu gern an die atemberaubenden Blicke von den Bergen, die sie in einem Bus nie gesehen hätten.
Nachdem einzelne Blessuren abgeklungen waren, ging es auf die nächste Tour. So besuchten wir u.a. den bekannten Strand Ölüdeniz, der außerhalb der Saison nicht wie ein Hähnchengrill aussieht sondern wirklich so wie auf den Postkarten, das verlassene Dorf Kayaköy, das wie eine Geisterstadt wirkt und landschaftlich wunderschön liegt und die lykischen Felsengräber.
Zu erwähnen ist da noch der Starkwind im Hafen, der Wellen auf das Deck schlug. Besonders unsere Mütter waren sehr tapfer, da es doch erheblich schaukelte. Der Wind blies über 24 Stunden erbarmungslos und machte zudem einen gewaltigen Krach, da er überall zurrte, riss und wackelte. Irgendwann war der Zauber wieder vorbei und das Wasser lag wieder wie ein Spiegel um uns...