Fethiye „Land des Lichts“
Auf unser Fahrt zu unserem „Winterlager“ wurden wir mit einer wunderschönen Landschaft begrüßt. Im Hintergrund zeichneten sich Berge mit weißen Schneegipfeln ab. Davor unzählige Inseln, Buchten und ringsherum glitzerndes Wasser. Etwas Melancholie kam in uns auf, da dies vorerst die letzte Etappe sein wird bis wir uns im März wieder auf den Weg machen... das letzte Wort ist bei uns darüber allerdings noch nicht gesprochen.
Wir kamen in die Ece-Saray Marina. Im Vergleich zur vorherigen Marina ist sie nicht ganz so komfortabel, aber trotzdem noch sehr schön.
Am nächsten Tag hatten wir gewaltigen Regen.... alles wirkte grau in grau und ungemütlich. Ich wurde sehr traurig, da ich mir „mein Winterlager“ wie im Paradies vorgestellt hatte. Ich wurde von Carsten getröstet, dass der Ort mit Sicherheit auf den zweiten Blick schöne Ecken hat und wir diese nur „entdecken“ müssen.
Am nächsten Tag strahlte uns die Sonne ins Boot. Wir nutzten den Tag, um einen kleinen Rundgang durch den Ort zu machen. Ja da waren sie wieder, die Teegärten, Fischerboote, Mandarinenbäume, Moscheen, in der Sonne liegende Katzen und Hunde, Simitverkäufer, die ihre Ringe kunstvoll auf ein Tablett gestapelt haben und dieses auf dem Kopf balancieren und lautstark anpreisen.... ja alles sah plötzlich wieder anders aus. Besonders schön ist der Blick in die Umgebung. Fethiye ist umgeben von Bergen und Grün. In unmittelbarer Umgebung gibt es Wanderwege entlang der Küste. Der bekannte „Lykische Pfad“ beginnt in Fethiye und führt entlang der Küste, durch das Taurusgebirge bis nach Antalya. Hier können wir die ein oder andere Wanderung unternehmen und uns das Wasser von den Bergen aus ansehen. Manchmal kommt es uns so vor, als ob wir an einem Alpensee liegen... ein prächtigen Panorama.
Beim zweiten Blick ist der Ort tatsächlich ganz anders.... im Verlauf der nachfolgenden Tage wurde er uns immer vertrauter, so dass wir schöne Plätze entdecken konnten.
Die Versorgung ist perfekt. Der Ort ist touristisch nicht überlaufen, so dass es Spaß macht in den kleinen Läden zu stöbern. Ein größerer Supermarkt bietet uns den Luxus von frischer Milch und anderen Dingen und der große Bauernmarkt findet zwei Mal in der Woche statt, so dass es uns an frischem Obst und Gemüse mal wieder nicht fehlt. Es ist immer wieder ein Genuss über den Markt zu gehen und im bunten Treiben einzukaufen.
Einkaufen und Essen kochen hat auf unserer Reise einen ganz besonderen Stellenwert bekommen. Es geschieht mit einem sehr viel größerem Bewusstsein und gestaltet sich zu einem nicht unwesentlichen Tagesprogramm. Wie oft haben wir in den vergangenen Jahren sehr beiläufig gegessen und eingekauft. Zwar haben wir schon immer gerne gekocht und gegessen... das Einkaufen war jedoch meistens sehr lästig. Auch merken wir, wie viel wir aus eigener Kraft auf unser Schiff tragen, da wir hier nicht so einfach mit dem Auto vor den Markt oder Supermarkt rollen...
Fethiye wurde 1957 durch ein Erdbeben zerstört. Daher gibt es nur wenige alte Gassen und Häuser. Zu sehen ist noch eine alte Burg, ein Amphitheater und sehr schöne lykische Felsengräben. Damals hieß Fethiye „Telmessos“ und hieß „Land des Lichtes“. Ein schöner Name, wie ich finde, für eine Stadt. Die damaligen Gräber wurden in die Felsen gemeißelt, da man glaubte, dass die Seelen dann der Sonne näher seien. Unsere heutige Tradition die Leichen in die Erde zu begraben, wäre zu damaliger Zeit nicht in Frage gekommen, da es dort dunkel und kalt ist. Der Tod bedeutete Licht und Erhebung und fand in der Art der Beerdigung ihren Ausdruck.
Weiterhin ist noch ein altes 450 jähriges türkisches Bad „Hamam“ erhalten. Dies probierten Carsten und ich natürlich aus...