Bodrum, das St. Tropez der Türkei
In Turgutreis fanden wir erneut einen sehr komfortablen Hafen vor. Hier verbrachten wir vier Nächte, da wir die starken Südwinde abwarten wollten. Wie auf Knopfdruck ließ der Wind am vierten Tag nach, so dass wir mit einem perfekten Sonnentag nach Bodrum fuhren.
Das Ablegen aus dem überaus durchgestylten Hafen war noch einmal sehr witzig. Ich fuhr bereits rückwärts aus der Box als ein Hafenpilotboot angesaust kam und laut schrie: „Wait, Lady, wait !“ Ich antwortete nur: “why ?“... es ging noch mit ein paar Sätzen so weiter, bis sie verstanden, dass wir keine Hilfe benötigten. Es ist so üblich, dass man mit den Gummibooten in die richtige Richtung geschubst wird... Hafenmanöver muss nicht jeder Kapitän können. Vielleicht haben sie es mir als Frau auch nicht zugetraut. In der Türkei sitzt nie eine Frau am Ruder... habe zumindest noch keine gesehen.
Weiter ging es nach Bodrum. Übrigens erreichten wir drei Seemeilen vor Bodrum unsere 2000senste Seemeile auf dieser Fahrt!!!! Der Hafen von Bodrum ist ziemlich groß. Unglaublich viele Schiffe liegen dort dichtgedrängt nebeneinander. Wir durchfuhren, geführt von einem Pilotboot, die Reihen von Luxusschiffen. Allerdings muss ich dazusagen, dass es nur sehr wenige richtig hässliche Motorluxusyachten darunter gab. Uns gefiel das ein oder andere Segelschiff als Hausersatz schon sehr gut . Besonders schön waren die sogenannten Gullets. Das sind Holzsegelschiffe, die im Sommer Touristen als schwimmende Hotels bewirten und umherfahren. Wir haben Bilder vom Hafen gesehen, auf denen sie in mehreren Reihen hintereinander im Hafen liegen.... dagegen ist es jetzt richtig leer. Da stellt sich bei uns natürlich die Frage, wie sieht es hier im Sommer auf dem Wasser aus.... jetzt freut man sich, wenn weit entfernt irgendwo einmal ein Segelschiff auftaucht. Man funkt sich an, da es zur Zeit nicht sehr häufig vorkommt, dass noch jemand reist.... wir verstehen es nicht wirklich warum (sollten 20 °C zu kalt sein ?)...es ist perfekt so!
Bereits um 14.00 Uhr haben wir in einer kleinen Lücke zwischen all den Schiffen festgemacht. Wir machten uns auf den Weg, die direkt an den Hafen angrenzende Burg zu besichtigen. Es ging Treppauf – Treppab mit wunderschönen Blicken über die Küste und den Hafen. Zur Stärkung gab es ein großes Glas frisch gepressten Orangensaft zum Nachsaisonpreis von nur 75 Cents. Auf dem Rückweg brachten wir uns frischen Fisch vom Hafen mit...