Weiter ins antike Ephesos
Leider kann man den Hafen Ephesos nicht mehr direkt anfahren, da er über die Jahre mehr und mehr verlandet ist. Somit ist Ephesos in das Hinterland gerückt und hat als Hafenstadt schließlich an Bedeutung verloren. Wir hatten uns die Fahrt in den nächstgelegenen Hafen in Kusadasi etwas anders vorgestellt.
Die Tage zuvor waren sehr entspannt und so konnte es für uns ruhig weitergehen. Als wir jedoch die Ankerbucht verließen, wehte uns ein strammer Wind um die Nase. Die Wellen wurden immer höher, je weiter wir uns von der Abdeckung entfernten. Der Wind fiel „etwas achterlicher als querab“ ein und somit hatten wir die Welle zum Glück schräg von hinten. Die Windrichtung war perfekt... etwas zu stark zudem stand im dem Golf von Sigacik eine undankbare Restdünung von der Nacht. Nach 20 Minuten waren wir uns unsicher, ob wir nicht doch besser umkehren sollten. Wir beschlossen jedoch weiter zu fahren, da der Wind laut Wettervorhersage nachlassen sollte. Nach zwei Stunden nahm der Spuk ein Ende... wir wurden mit einer perfekten Weiterfahrt belohnt... Sonne und moderater Wind!
Kusadasi, unser nächster Hafen, hat sich zu einem reinen Touristenzentrum entwickelt. Von hier aus erreichten wir jedoch das 18 km entfernte Ephesos prima. Ephesos ist eine sehr beeindruckende umfangreiche Ruinenstadt. Einige Tempel und Wohnhäuser sowie die berühmte Celsiusbibliothek wurden zum Teil wieder errichtet. Wir bekamen eine gute Vorstellung von der Größe und Pracht dieser hellinistisch-römischen Stadt. Das große Amphitheater beeindruckte uns besonders. Hier fanden 25.000 Menschen Platz. Selbst die Zuschauer in den obersten Plätzen konnten ein Flüstern verstehen.
So durchwanderten wir diesen Ort und ruhten uns so manches mal auf den über 2000 Jahre alten Steinen aus. Ab und an war mal eine japanische oder amerikanische Touristengruppe zu sehen. Für die Besichtigungen ist es die perfekte Jahreszeit. Ich möchte nicht wissen, welche Temperaturen dort im Sommer herrschen und wie viele Touristen dann dadurch geschleust werden. Wir jedenfalls genossen den Tag sehr !
Am nächsten Tag schlenderten wir über den riesigen Bauernmarkt. Aus dem gesamten Umland kommen die Bauern und bieten (natürlich) lautstark ihre Wahren. Wir kamen mit reichlich „Beute“ zurück, um für die zwei geplanten Ankernächte mit frischem Obst und Gemüse versorgt zu sein.