Von Bandirma über die Marmarainsel zu den Dardanellen
Am nächsten Morgen wurden wir von Yenar und Gönül mitsamt der ganzen Familie (Oma inclusive) verabschiedet. Wir bekamen noch leckere Küchlein für den Weg. Yenar wollte es sich nicht nehmen lassen unsere Festmacherleinen zu lösen... eine Ehre!
Weiter ging`s... ein etwas mulmiges Gefühl war es schon. Dabei lag das Wasser wie ein Spiegel vor uns... so ruhig konnte es sein. Wir wurden wieder von zahlreichen Delfinen begleitet. Die Fahrt war sehr problemlos.
In Marmara lagen wir in einem reinen Fischerhafen. Wir waren umzingelt von Fischerbooten. An diesem Montag endete der Ramadan und das dreitägige Zuckerfest (Seker bayrami) begann. Das war auch der Grund, dass der Fischerhafen total überfüllt war... jeder wollte es zu Hause feiern. Der Fastenmonat Ramadan richtet sich nach dem Mondkalender und fällt deshalb immer auf ein anderes Datum. Es verschiebt sich jedes Jahr um 10-11 Tage nach vorne. Die 30tägige Fastenzeit betrachten heute viele als eine Zeit der Selbstbesinnung. Gefastet wird allerdings nur während des Tages. Für die nächtliche Fastenpause wird ein besonders reichhaltiges Essen aus mehreren Gängen vorbereitet. Dieses gestaltet sich oft als ein gesellschaftliches Ereignis, bei dem Freunde und Nachbarn eingeladen werden. Das bekamen wir auch öfter zu spüren... sehr nett!
Auf Marmara verbrachten wir zwei Nächte. Sehr liebenswürdig ist der Pelikan im Hafen. Die Fischer haben ihn Osman genannt und füttern ihn regelmäßig mit frischem Fisch. So ist es kein Wunder, dass Osman verwöhnt ist und nicht weiter in den Süden fliegt. Er lebt bereits fünf Jahre auf der Insel. Osman ließ sich von uns bereitwillig fotografieren und bot uns schließlich noch eine beeindruckende Flugshow. Unsere Fahrt ging weiter.
Über Funk hörten wir, dass Wally und Susan uns anfunkten. Wir bestimmten den Kurs... eine Stunde später gab es ein Wiedersehen auf dem Wasser! Kurzer Schnack und schon stand die Verabredung zum Kaffee im Hafen von Kemer. Der sonnige Tag wurde kurze Zeit später vom dichten Nebel unterbrochen. Das hat keine Wettervorhersage vorausgesagt. Die Nebelwand war ziemlich dicht... hoffentlich kommt uns hier kein Schiff entgegen. Nebel kannten wir bisher noch nicht... etwas gruselig, da wir wieder nur nach Kompass fahren konnten... ohne ihn wäre man ganz schön aufgeschmissen, da es nicht die geringste Orientierung gab.
In Kemer gab es ein großes Wiedersehen. In den Hafen konnten wir nicht, da dieser von lauter Fischerbooten überfüllt war. Wir konnten jedoch an einem vorgelagerten Arbeitsponton anlegen. Auch den nächsten Abend verbrachten wir mit Susan und Wally in einem Fischerhafen in Lapseki. Das Marmarameer haben wir nun verlassen.
Wir durchfuhren die Dardanellen. Auch hier gab es wieder regen Schiffsverkehr. Bis zu unserem nächsten Hafen in Canakkale mussten wir den Motor nehmen. Direkt neben dem Hafen sahen wir schon das große hölzerne trojanische Pferd, welches vom Kinofilm „Troja“ übrig geblieben ist.
Canakkale gefiel uns (bis auf das Liegegeld) sehr gut. Nach den Tagen trennten sich die Wege von Susan, Wally und uns wieder. Wir fuhren nun über die Dardanellen in die Ägäis.