Belgrad und der Engel Svedlana ...
Der Sonntag wurde von uns dafür genutzt, einige Eindrücke von Belgrad zu sammeln. Hierfür nahmen wir den Bus in die Stadt. Der Busfahrer verlangte von Carsten einen Preis, der die Buspreise in Deutschland um ein Mehrfaches überstieg. Carsten wurde von einer Frau auf englisch angesprochen. Sie machte ihn darauf aufmerksam, dass er den Preis nicht bezahlen solle und schimpfte mit dem Busfahrer. Die nächste Station stiegen wir mit ihr um. Sie zeigte uns, wo wir zurückfahren konnten und kaufte uns Fahrtickets. In der Stadt begleitete sie uns noch eine Weile. Wir fragten sie, ob wir sie gegen Abend auf ein Getränk einladen dürften. Sie freute sich und wir verabredeten uns.
In der Zwischenzeit wussten wir nicht, ob wir die Stadt schön oder hässlich finden sollten. Sie war wie jede Großstadt sehr laut. Dennoch gab es recht zentral einen ruhigen Park mit einer Festung. Von hier gab es einen schönen Blick über die Stadt. Man sagt von Belgrad, dass es ein Wunder sei, dass es noch existiert. Belgrad wurde unzählige Male in Kriegen zerstört und wieder aufgebaut. Es gibt einen kleinen alten Stadtkern. Dieser zeigt einige interessante, schöne Häuser. Die Fußgängerzone ist überaus modern. Reiche Belgrader Bürger können hier auch am Sonntag ihren Einkaufsgelüsten nachgehen. Der Kontrast zwischen arm und reich macht sich in dieser Stadt sehr bemerkbar. Beeindruckend war auch der St.-Sava-Tempel. Seit 10 Jahren wird an ihm gebaut. Von außen sieht er bereits sehr beeindruckend aus. Riesige weiße Säulen und fünf Kuppeldächer, die in der Sonne um die Wette blinkten. Innen kann man bisher nur vermuten, wie prächtig sie ausgestaltet werden soll. Ein paar Marmorsäulen sind bereits zu sehen. Fußboden und Kuppel liegen jedoch noch im Rohbau vor.
Um 18.00 trafen wir uns dann mit Svedlana. Wir gingen in eine der ältesten Straßen mit vielen Künstler- und Musikkneipen. Bei Lifemusik unterhielten wir uns noch über Belgrad, den Umweltschutz und über viele andere Themen. Eine Freundin von Svedlana brachte uns direkt zurück zu unserem Hafen. Wir klopften noch bei Susann und Vally und ließen den Abend bei einem Glas Wein ausklingen. Gemeinsam planten wir die nächsten Etappen und tauschten die Erlebnisse vom Tag aus. Für den nächsten Tag verabredeten wir uns zum Morgen-Kaffee auf der ALEGRIA.
Wir tasteten uns im Dunklen zurück über die Schwimmstege. Diese sind das reinste Abenteuer. Sie sind vergleichbar mit Hängebrücken auf Spielplätzen. Nur hier fehlten ab und an mal ein paar Bretter oder sie wackelten fürchterlich. Die Gefahr bestand ständig, dass man in das Wasser fiel. In dem Wasser brüten nicht einmal die Mücken... die gab es hier nämlich ausnahmsweise mal nicht... Es wird Zeit, dass wir diesen "Luftkurort" verlassen.