Alles kam anders als wir dachten ...

07.8.2006 – 12.8.2006

Wenn mir zuvor jemand gesagt hätte, wie unsere Reise beginnt, ich weiß nicht, ob ich dies durchgestanden hätte. Unser Wille muss schon ziemlich groß sein.

Der Transport nach Saal an die Donau verlief recht unproblematisch. Uns erwartete eine große Marina. Leider war die ALEGRIA noch nicht da. Kurze Zeit später fuhr sie jedoch stolz auf den Hof des Marinageländes. Ein urbayrischer Mann kam sofort und wollte gar nicht glauben, dass das Schiff bereits 83 Jahre alt ist. Wir hatten unsere Sympathie sofort bei ihm. Es stellte sich später heraus das dies Gari war, der uns am nächsten Tag slippen sollte. Er hatte mit seinem langen Bart schon einige größere Preise gewonnen.

Der Abend klang lustig bei einem Glas Prosecco im Wohnmobil unserer Freundin Nina aus. Sie erwies sich neben Heidi und meinen Eltern als perfekter seelischer Beistand. Leider war der Mann des Transportunternehmens sehr genervt, so dass wir unser ausgelassenes Lachen reduzieren mussten.

Stell dir vor, du lässt ein Schiff ins Wasser und das ist nicht dicht. So sollte es am nächsten Tag sein. Durch die Logge quoll Wasser. Schnell wurde die ALEGRIA wieder aus dem Donauwasser gehoben. Tränen standen in meinen Augen. Das Schiff hing im Kran und musste dicht werden. Zu allem Überfluss drängelten auch noch die Werft-Mitarbeiter, dass der Kran freiwerden sollte, da sie eine Megayacht zur Probe ins Wasser heben wollten. Der Himmel hat unsere Sorgen verstanden und öffnete seine Schleusen. Durch den beginnenden Regen, wurde das Riesenschiff der Werft wieder in die Halle geschoben, so dass wir etwas Zeit gewannen. Durch eine perfekte Stress-Express-Reparatur von Carsten war es möglich, dass die ALEGRIA nach vier Stunden ohne Wassereinlass schwamm. Jetzt mussten noch diverse andere Dinge eingebaut werden (2 Verbraucherbatterien, Impeller, Funk, ...). Durch die Einbauarbeiten konnten einige Sachen nicht verstaut werden. So wurden zum Beispiel die Segelsäcke komplett nass. Ich verbrachte viel Zeit damit, unsere Sachen zwischen den ganzen Regenschauern zu trocknen.

Carsten brachte den Motor zum Laufen nachdem er alle Entlüftungsmöglichkeiten durchprobiert hatte. Dies war die "Motorenkunde Teil 1" (Entlüftungsmöglichkeiten)... weitere sollen folgen 

Der Tag hätte wirklich schön werden können, wenn uns nicht so ein Idiot in unser Schiff gefahren wäre. Wir glaubten, dass wir träumen. Mit voller Wucht rammt er unsere Alegria. Glück im Unglück war, dass er nicht noch unsere Galionsfigur abriss. Der Typ hatte erst seit drei Wochen sein Boot. Eine Versicherung ? Die hat er nicht!

Die Tage vergingen mit den allerletzten Einbauten und Steckverbindungen. Es wurde gelötet, gebohrt, geschraubt. Damit wir uns bei Regen nicht gegenseitig im Weg rumsaßen, machte ich mit meiner Mutter eine Wanderung zum bekannten Kloster Weltenburg. Für dem Rückweg nahmen wir ein Ausflugsschiff... so war ich zumindest schon einmal auf der Donau. Oh je, was für eine Strömung... etwas mulmig ist mir schon.

Wir nahmen Abschied von meinen Eltern. Am nächsten Tag wollten wir starten. Bis tief in die Nacht hinein verstauten wir noch zahlreiche Dinge.

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