Die Fahrt durch den Bosporus ...
Die Fahrt durch den Bosporus war ein einzigartiges Erlebnis. Riesige Frachtschiffe begegneten uns neben den unzähligen Fähren und Fischerbooten. Ein buntes Treiben auf dem Wasser. Die Ufer sind gesäumt von bunten Holzhäuschen, Moscheen und Bäumen. Wie gemalt wirkt alles auf uns. Keine großen Bausünden verschandeln das Bild. Es wirkt sehr stimmig. Verfallene Häuser neben liebevoll restaurierten Bauten. Häuser mit eigenem Bootsanleger und Terrassen zur Seeseite.
Wir genießen die Passage Bosporus und dann liegt Istanbul unmittelbar vor uns. Unzählige Moscheen, der Topkapipalast, Türme, Mauern und Schiffe, Schiffe, Schiffe. Wir genießen die Stadt. Saugen sie förmlich in uns auf. Genießen das Treiben, die Ruhe, den Hafen, die Gerüche, die Geräusche, die Bauten, die Menschen, das Essen... Diese Stadt bietet so viel... wir verweilen hier, lassen alles auf uns wirken, verdauen Vergangenes... Wir kommen zu Ruhe!!!
„Langsames Reisen hat den Vorteil, dass die Seele Schritt halten kann.“
Zwei Wochen verbrachten wir nun in dieser wunderbaren Stadt. Machten viele neue Bekanntschaften, trafen Susan und Wally wieder, lernten deren Freunde kennen und hatten wunderschöne faule und interessante Tage zusammen. Wir kamen uns vor wie im Paradies. Alles war zu bekommen, wir hatten sämtliche Versorgungsmöglichkeiten (Duschen, Wäscherei, Internet, überall die allerleckersten Speisen, nette Menschen um uns, einen sehr ruhigen Hafen, eine gute Verbindung in die Altstadt). Hier wollten wir etwas bleiben. Die ersten Nächte hatte ich die wildesten Träume, bin hochgeschreckt, da ich dachte wir driften weg. Dies legte sich nach ca. drei Nächten. Wir fingen an, unsere bisherigen Erlebnisse zu verarbeiten...
Die Fahrt durch das Schwarze Meer ging wohl etwas zu schnell. Wir mussten erst realisieren, dass wir in der Türkei angekommen waren. Unsere Seele sollte folgen können... gefangen waren wir von den unzähligen Eindrücken. Die Musik, die überall zu hören ist, das Treiben, das nie hektisch wirkt, der Muezzin, der regelmäßig aus dem Minarett ruft... davon gibt es hier Tausende, das Klimpern des Löffels in den kleinen Teegläser (Susan klimpert einfach ohne Zucker zu nehmen), die Farben, die hier bunter erscheinen... einfach anders, modern gekleidete Istanbuler neben traditionell gekleideten Bewohnern, Schuhputzer, Wagen voller Obst, liebevoll angerichtete Waren... immer perfekt aufgebaut und ausgesucht, einladende Worte... nie aufdringlich oder enttäuscht bei Verneinung, Männer mit Waagen, die hoffen, dass sich irgendwer einmal am Tag darauf stellt, bettelnde Menschen, lachende Kinder, die einem in der Vorstadtbahn auf englisch ansprechen, um zu zeigen, was sie gelernt haben ...
Wir sahen uns Istanbul von allen Seiten an, mit allen Sehenswürdigkeiten und besonderen Plätzen, hatten Zeit für „Hafentage“, an denen wir uns gegenseitig auf unsere Boote einluden. In der ALEGRIA wurden z.B. frische Waffeln zubereitet. Sechs Menschen fanden in ihr Platz und wurden mit frischen Waffeln verwöhnt . Wir wurden aber auch unzählige Male eingeladen. Neben den gemütlichen Abendessen bei Susan und Wally, trafen wir ein deutsches Paar (Sylvia und Regi), die mit einem Motorboot in Istanbul überwintern und nächstes Jahr nach Marmaris fahren wollen.
Von Bayram wurden wir in ein hervorragendes Fischrestaurant am Bosporus eingeladen. Zusammen mit Wally, Susan, Heleen und Marejke verbrachten wir sehr lustige Stunden. So gingen wir zwei Mal zum Bowlen, da Bayram es gerne wollte. Das deutsche Team (wir) gewann!
Mit Marejke kauften wir einen Teppich auf dem Basar. Sie wollte gerne eine ganz bestimmte Art haben und fand ihn dort. Es wurde gehandelt, verglichen, Tee getrunken.... und schließlich war es der Teppich im Stapel ganz unten... für einen guten Preis... alle waren zufrieden!
Ein weiterer Höhepunkt war mit Sicherheit die Nachtfahrt auf Bayrams Schiff in den Bosporus. Da lagen sie wieder vor uns, die Milliarden Diamanten der Stadt. Mit einem Drink an Deck genossen wir die Fahrt bis zu einem kleinen Hafen. Hier wurden für uns von Mehmet gekocht. Er ist Koch von Bayram und einer der vielen Bediensteten von ihm. Es war ein sehr stimmungsvoller Abend.
So gingen sie dahin die Tage in Istanbul. Wir gewöhnten uns einen anderen Tagesrhythmus an (spät ins Bett... spät aufstehen). Irgendwann hieß es Abschied nehmen von Istanbul.
Danke du schöne Stadt... wir kommen bestimmt wieder !